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Das Projekt ADEBAR
ADEBAR steht für Atlas deutscher Brutvogelarten. Von 2005 bis 2008 soll deutschlandweit die Verbreitung und Häufigkeit aller Brutvogelarten erfasst werden.
Bislang existiert für Hessen kein eigener Atlas. Gemeinsam mit dem Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) übernimmt der Landesverband der HGON (www.hgon.de) die Organisation der Kartierungen in Hessen:
Innerhalb der vierjährigen Kartierphase sollen von ehrenamtlichen Kartierern je 60 bis 120 Stunden Feldarbeit auf der Suche nach festgelegten selteneren Arten (in Hessen sind dies bspw. Spechte, Rotmilan, Baumfalke) und in vorgegebenen Lebensräumen aufgewendet werden. Für die häufigen Arten wie Amsel, Kohlmeise etc. genügt die Angabe, dass die Art vorkommt. Für jede Kartiereinheit (MTB der TK 25.000) ist ein Kartierer verantwortlich. Selbstverständlich besteht die Möglichkeit, die Feldarbeit auf mehrere Beobachter zu verteilen oder Artspezialisten hinzuzuziehen.
Im Main-Kinzig-Kreis koordiniert Klaus Eichenauer das Projekt ADEBAR: Gerhard-Radke-Str. 7a | 63628 Bad Soden-Salmünster 06056 - 4545 p | 06181 - 898010 d | 0160 - 7066086 mobil | kl.eichenauer@t-online.de
Die Arbeitsgruppe Ornithologie stellt sich vor
Die AG Ornithologie (AG O) hat es sich zur Aufgabe gemacht, für den Main-Kinzig-Kreis Daten über das Vorkommen von Vögeln zu sammeln. Je nach Interesse für bestimmte Vogelgruppen, für bestimmte Lebensräume oder auch nur für den Bereich der jeweiligen Gemeindezugehörigkeit tragen ehrenamtliche Beobachter/Beobachterinnen bei der Erfassung von avifaunistischen Daten bei. Erfasst werden grundsätzlich alle Vogelarten. Allerdings gilt die Aufmerksamkeit in manchen Jahren einer bestimmten Vogelart, wie 1999 der Feldlerche.
Über Ihre aktive Mitarbeit würden wir uns sehr freuen. Aber auch mit einer Spende tragen Sie zur Erfassung und zum Schutz der Vögel in Hessen bei.
Ihr Anprechpartner: Klaus Eichenauer Gerhard-Radke-Str. 7a | 63628 Bad Soden-Salmünster 06056 - 4545 p | 06181 - 898010 d | 0160 - 7066086 mobil | kl.eichenauer@t-online.de
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Aus der Arbeit der AGO
Im Jahr 2002 wurde eine Überprüfung der bereits 1990/1991 flächendeckend im Main-Kinzig-Kreis durchgeführten Wiesenbrüterkartierung fortgesetzt.
In den Wintermonaten wird einmal im Monat zeitgleich an bestimmten Still- und Fließgewässern eine Wasservogelzählung durchgeführt.
NATIS
NATIS ist ein Computerprogramm, mit dessen Hilfe faunistische und floristische Kartierungsdaten in eine Datenbank eingegeben werden. Das in Hessen vorhandene Wissen über das Vorkommen von Tieren und Pflanzen soll so besser dokumentiert und zugänglich gemacht werden.
Wie auch bei der AG Ornithologie des HGON-Landesverbandes werden im Arbeitskreis Main-Kinzig alle bekannt gewordenen Erstbeobachtungs-, Revier- und Brutdaten mit NATIS bei einer zentralen Eingabestelle erfasst.
Ansprechpartner ist Herbert Wolf Kolpingstr. 9 | 63628 Bad Soden-Salmünster | 06056 - 4347 | heccwolf@t-online.de
Jeder kann hier mitmachen und "seine Daten" melden. Der Name des Melders geht ebenfalls bei der Datenerfassung mit ein. Alles, was Sie brauchen ist das Meldeformular, das Sie auf Anfrage bei uns erhalten.
Punkt-Stopp-Zählung
Bitte beteiligen Sie sich auch an der sogenannten Punkt-Stopp-Zählung. Diese Form der Datenerhebung ist einfach und wenig zeitaufwendig, funktioniert aber nur wenn immer von den gleichen Punkten in der Landschaft gezählt wird. Setzen Sie sich mit uns in Verbindung.
Kartierung der Wiesenvögel
Während der Wiesenbrütersaison 2002 sollten die Gebiete überprüft werden, die laut der flächendeckenden Kartierung im Jahre 1990/91 Wiesenbrüter-Habitate waren. Dazu nutzte der Arbeitskreis die Mithilfe und Unterstützung der ihm bekannten Kartierer, die teilweise schon jahrelang „ihre“ Gebiete bearbeiten. Man kontrollierte folgende Wiesenvogelbestände: Kiebitz, Bekassine, Wiesenpieper und das Braunkehlchen.
Kiebitz Nach starken Abnahmen bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts aufgrund von Lebensraumveränderungen (Entwässerung, Umbruch von Feuchtgrünland) konnten sich die Bestände nach einem Ausweichen auf die Kulturlandschaft (Verhaltensänderung!) ein wenig erholen. Grundsätzlich ist der Kiebitz durch die Intensivierung der Landwirtschaft (u.a. zu früher Mahdtermin) stark bedroht und erlitt im Betrachtungsgebiet starke Einbrüche. Lediglich auf Ackerflächen im Altkreis Hanau mit Schwerpunkt Bruchköbel bis Neuberg und im Langenselbolder „Flos“ konnten Kiebitze gesichtet werden. Eine „Wiederentdeckung“ in ehemals traditionellen Brutgebieten wie im Vogelsberg blieb leider aus. Insgesamt wurden 13 Brutpaare mit Bruterfolg gemeldet.
Bekassine Die nach wie vor starken Bestandseinbrüche bei der Bekassine lassen sich ebenfalls auf die Zerstörung geeigneter Lebensräume durch Grundwasserabsenkung und Entwässerungen zurückführen. Vorrangig hierbei sind der Verlust von Kleinlebensräumen und die Aufgabe traditioneller Bewirtschaftungsformen (Herbstmahd und frühe Mahdtermine). Wie schon während der flächendeckenden Kartierung 1990 / 91 trifft man die Bekassine nur noch innerhalb ausgewiesener, sichergestellter oder beantragter Naturschutzgebietsgrenzen an. Ausnahme: Mürzelloch bei Eichen – Nidderau (LSG). Besonders im Vogelsberg und Spessart erscheint die Bestandssituation sehr problematisch, denn Nachweisversuche mit der Klangattrappe zeigten nur Einzelindividuen. Ein Brutnachweis war nicht möglich.
Braunkehlchen Eine vielerorts ungenügende Pflege von Naturschutzgebieten (weiterhin Düngung, Grabenräumungen und andere dem Schutzziel zuwiderlaufende Nutzungen) drückt sich in immer weiter sinkenden Bekassinenzahlen aus. Allein im NSG Röhrig von Rodenbach ist eine Zunahme der Bekassine auf dem Zug nach Beginn der Rinderbeweidung festzustellen. Ein Brutnachweis fehlt aber auch hier bisher.
Von den ehemals häufigen Braunkehlchen brüteten 1991 nur noch 19 Paare im Main-Kinzig-Kreis (und davon nur 3 erfolgreich). Auch beim Wiesenpieper traf man nur noch etwa 31 Brutpaare an, wobei für lediglich 2 Paare ein Bruterfolg nachweisbar war. Allein in den letzten 50 Jahren wurden 22 Braunkehlchen- und 11 Wiesenpieper - Reviere im Kreisgebiet aufgegeben. Heute sind nur noch in den Naturschutzgebieten „Feuchtwiesen von Aufenau“ und in den „Feuchtwiesen von Ahl“ Wiesenpieper- und Braunkehlchennachweise möglich. Im Spessart ist keine der beiden Vogelarten mehr anzutreffen.
Aufgrund der dramatischen Situation bemüht sich der Arbeitskreis Main-Kinzig um grundsätzliche Maßnahmen zum Schutz der Wiesenvögel:
- Extensivierung der Landwirtschaft
- Wiedervernässung von Wiesen
- Schaffung einer strukturreichen Kulturlandschaft
- Melioration von geeigneten Brutgebieten
- Künstliche Vernässung größerer Flächen durch Rückstau
Fazit
Die Erstellung gebietsbezogener Konzepte für Biotopoptimierungen und die Erarbeitung spezifischer Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen ist für den Wiesenvogelfortbestand im Main-Kinzig-Kreis von großer Wichtigkeit und wird deshalb in Zukunft verstärkt fortgeführt!
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