Auen- und Bachauenwälder in Hessen

Auenwälder befinden sich im Strombereich von Flüssen und Bächen. Ihr wichtigstes Kennzeichen ist, dass sie regelmäßig von Hochwasser überflutet werden. Heutzutage sind nur noch 0,3 % der hessischen Gesamtwaldfläche von Auwald bedeckt.

Bachauenwälder, in erster Linie aus Erlen und Eschen bestehend, finden sich meistens in den Talsohlen bewaldeter Mittelgebirge. Im Offenland kommt der Bachauenwald heutzutage oft nur noch als schmaler, bachbegleitender Gehölzsaum oder Galeriewald vor.
 
Bärlauchblüte


Auenwälder sind nachweislich die vogelartenreichsten Lebensräume Mitteleuropas. Charakteristisch: die Schwarz-, Grün-, Mittel- und Grauspechtvorkommen. Zu den Tierarten, die an Auen mit ihren wechselnden Wasserständen, den Tümpeln und Senken gebunden sind, gehören der Schwarzstorch, Kamm- und Bergmolch, der Gras- und Springfrosch sowie die Ringelnatter. In der Weich- und Hartholzaue leben Kuckuck, Pirol, Gelbspötter und die Nachtigall.

In den Jahren 1998 und 1999 befassten wir uns mit den hessischen Auenwäldern. Im Oktober 2000 begannen wir das landesweite Projekt “Bachauenwälder”. Gefördert wurde das Vorhaben von der Fraport AG, die seit mehreren Jahren Naturschutzprojekte im Rhein-Main-Gebiet unterstützt.



Die beiden Publikationen Auwälder in Hessen (1999) und Bachauenwälder
in Hessen (2004)
dokumentieren insgesamt 17 Auenwald- und 30 Bachauen- waldstandorte und münden jeweils in einen Katalog mit Maßnahmen, von denen bis heute bereits viele umgesetzt werden konnten.

Beispielhaft sei hier die Ausweisung von mehr als 300 ha (!) Prozessschutzfläche
in den südhessischen FFH- und Naturschutzgebieten Bulau zwischen Erlensee und Hanau, Mönchbruch von Mörfelden und Rüsselsheim, Kinzigaue von Langenselbold und dem Hanauer Hirzwald (80 ha) zu nennen.

Naturnahe Waldgesellschaften an Bach und Fluss

Für fünf kleinere Fließgewässer ausgewählter Bachauenwaldgebiete in Südhessen erarbeiteten wir 2005 für jeden 100-Meter Abschnitt eine Vielzahl umsetzungsreifer Maßnahmen, die – wenn realisiert - zum sicheren Erhalt und zur Entwicklung der naturnahen, bachbegleitenden Waldgesellschaften beitragen. Es sind der:

  • Rodenbach bei Rodenbach
  • Hundsgraben bei Langen
  • Luderbach bei Dreieich
  • Erlenbach bei Messel
  • Hegwaldbach bei Messel

Neben der Ausweisung bzw. Erweiterung als Naturschutzgebiet empfehlen wir in einer 85seitigen Ausarbeitung (unveröffentlicht) u.a. die Entfernung standortfremder Nadelgehölze, die Aufweitung des Gewässerprofils, Veränderung der Ufermorphologie und Krümmungsdynamik, Anhebung der Sohle sowie den Rückbau schädlicher Verbauungen. Auch dieses Projekt unterstützte die Fraport AG.

 

 

 

 

 

Tümpel in der Aue
Auenlandschaft

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Letzte Aktualisierung
16. Mai 2012

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