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Neues vom Storch
Die Zeiten, als Weißstörche (Ciconia ciconia) in fast jedem Dorf brüteten, sind lange vorbei. Der starke Bestandsrückgang in den 80er und 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts machte sich besonders in Hessen bemerkbar: 1993 brüteten hier nur noch fünf Paare. Um so erfreulicher war Anfang 2000 die allmähliche Rückkehr der Störche in die Kinzigauen bei Rodenbach, Gelnhausen und Steinau a.d. Straße. Erstmals nach über 10 Jahren wuchsen im Main-Kinzig-Kreis wieder junge Störche auf.
Die Chance, den Weißstorch auf Dauer im Kinzigtal anzusiedeln, wurde seitdem vom Arbeitskreis Main-Kinzig der HGON konsequent genutzt. Denn zu spärlich war noch das Nahrungsangebot und es existierten nicht genug Brutplätze in der offenen Auenlandschaft. Deshalb unternahmen wir in den letzten Jahren - in Kooperation mit dem Vogel-und Naturschutzverein Rodenbach (VNR) und mit der Unterstützung unserer Storchenpaten - viele kleine und große Anstrengungen zum Erhalt und Schutz des Weißstorches im Main-Kinzig-Kreis: - storchengerechte Gestaltung von Flächen u.a. durch Flutmulden - Grabenaufweitungen und Stau von Gräben - Bau eines Amphibientümpels im Röhrig von Rodenbach - Anlage von Feuchtgebieten als Nahrungsbiotope - Aufstellen von Storchenhorsten

Der Bruterfolg im Landkreis kann sich - trotz vieler Schwierigkeiten - sehen lassen. Die Anzahl der flügge gewordenen Jungstörche variiert von Jahr zu Jahr, wobei auch Todesfälle - wie bspw. 2007 - zu beklagen waren.
Erfreulich: Die Bruterfolge im Main-Kinzig-Kreis seit 2000! [Mehr in Tabellenform ...]
Um die vielfältigen Feuchtlandschaften im Main-Kinzig-Kreis zu fördern, wertvolle Biotope zu schützen und für den Weißstorch zu erhalten, benötigen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung! Denn: Wir wollen dem Weißstorch langfristig wieder eine sichere Heimstatt in Hessen bieten. Dazu reicht das bloße Aufstellen und die Reparatur von Storchenhorsten allein nicht mehr aus.
Trotzdem: 2005 mußte der Rodenbacher Storchenhorst erneuert werden! [Mehr ...]
Der Mangel an Nistplätzen ist schon lange nicht allein die Ursache für den Rückgang des Weißstorches. Das belegen zahlreiche verlassene Horste, die nicht wieder besetzt werden. Fast wichtiger erscheint es heute, dem Weißstorch durch viele kleine und große Maßnahmen einen Lebensraum zu bieten, der es ihm ermöglicht, Nahrung für sich und seinen Nachwuchs zu finden. So engagierten wir uns in den vergangenen Jahren gerade auf diesem Sektor, und versuchten, mit der Anlage von Feuchtbiotopen in der Kinzigaue von Rodenbach, Langenselbold und Hasselroth, den Lebensraum der Störche im Kinzigtal zu optimieren.
Bemerkenswert: Das Naturschutzgebiet Röhrig von Rodenbach! [Mehr ... ]
Dass das zum gewünschten Erfolg führte, sieht man daran, dass 2009 im Naturschutzgebiet Röhrig von Rodenbach zum 10. Mal in Folge Jungstörche aufwuchsen, flügge wurden und am Ende des Sommers zur Überwinterung Richtung Süden zogen. Insgesamt wuchsen allein hier 29 Jungstörche heran. Damit ist der Rodenbacher Horst der erfolgreichste im Main-Kinzig-Kreis, dicht gefolgt vom Steinauer Niststandort.
Sehenswert: Der Nachwuchs [Mehr ...] (Bilder vom Rodenbacher Nachwuchs stellte uns freundlicherweise Matthias Kahl aus Maintal zur Verfügung. Beim Fotografieren blieb er natürlich im gebührenden Abstand zum Horst.)
Wir danken unseren Storchenpaten und allen anderen „storchenbegeisterten“ Menschen, die mit ihrer Hilfsbereitschaft und ihren Spenden unsere Arbeit zum Schutz dieser wichtigen Vogelart seit Jahren unterstützen. Ohne sie wäre unser Engagement nicht möglich gewesen.
Gesucht: Neue Storchenpaten!
Wir wissen aber auch: Tümpel, Teiche und andere Kleingewässer können nicht dauerhaft ein Ersatz für großflächige naturnahe Feuchtlebensräume sein. Trotzdem stellt die Schaffung verschiedener Feuchtbiotope - wie Gräben mit abgeflachten Ufern oder Flutmulden im Grünland - einen wichtigen Beitrag zum Schutz des Weißstorches dar, da diese Strukturen die Nahrungstiere des Storches, Amphibien, Fische, eine Vielzahl von Insekten und andere Kleintiere, beherbergen.
Der Weißstorch ist das Symbol für den Zustand unserer Feuchtlebensräume. Er hat „Indikatorfunktion“, das heißt, wo er verschwindet, dort können auch andere Wiesenvögel wie Kiebitz, Bekassine oder Uferschnepfe nicht mehr überleben, gibt es weder Frösche noch Kröten, ist der Wasserhaushalt im Boden verändert und damit das gesamte Ökosystem. Deshalb setzen wir uns ein für:
- den Erhalt großflächiger Feuchtwiesen und Auen
- den Schutz der Brutgebiete bei uns
- den Schutz der Rastflächen auf dem Zug
- eine extensive Grünlandbewirtschaftung
- Anlage von Nahrungstümpeln und Wasserflächen in der Aue
- Errichtung von zusätzlichen Nistmöglichkeiten (Storchenhorsten)
Maßnahmen zum Schutz des Weißstorchs sind auch in den nächsten Jahren dringend notwendig. Das Nahrungsangebot in der Kulturlandschaft darf sich nicht verschlechtern. Das Engagement des Arbeitskreises Main-Kinzig der HGON für Schutz des Weißstorches finanziert sich allein über Storchenpatenschaften und Spenden aus der Bevölkerung.
Deshalb benötigen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung!
Wir bedanken uns im Namen des Arbeitskreises Main-Kinzig der HGON und natürlich auch „im Namen der Störche“ für Ihre Treue und gehen ganz fest davon aus, dass Sie uns auch weiterhin bei unserem Engagement für den Weißstorch unterstützen werden.
Ihr HGON – Team zum Schutz des Weißstorches im Main-Kinzig-Kreis
Günter Könitzer & Susanne Hufmann
Adam GmbH geht in die Luft! Der umweltfreundliche Arbeitsbühnenverleiher ADAM GmbH aus Kahl am Main unterstützte während des Hessentages 2009 unser Artenschutzprojekt Weißstorch mit spektakulären Aktionen vor Ort. Lesen Sie weiter ....
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